Eine Woche hat 168 Stunden — nicht mehr. Hier schätzt Du zuerst, protokollierst dann Deine Woche im Raster, bilanzierst und verteilst um. Alles bleibt in Deinem Browser: keine Konten, keine Cloud, keine Übertragung.
Der Tag ist zu kurz, um Ausgleich zu zeigen: Ein 12-Stunden-Arbeitstag ist kein Befund, eine 12-Stunden-Woche Freizeit schon. Das Jahr ist zu lang, um heute etwas zu ändern. Die Woche liegt dazwischen — und sie ist ein Wendepunkt: Aspirationsverhalten steigt messbar zum Wochenanfang (Dai/Milkman/Riis 2014).
168 Kästchen = 168 Stunden. Sie füllen sich, sobald Du protokollierst.
| Eine Woche | 168 h |
| − Schlaf (7 × 8 h) | 56 h |
| − Vollzeit-Erwerbsarbeit | 40 h |
| = übrig | 72 h |
72 Stunden sind kein Vorwurf und kein Versprechen — sie sind ein Kassenbestand. Wohin er geht, zeigt erst das Protokoll.
Weil Selbstauskünfte systematisch abweichen. Beschäftigte überschätzen ihre Arbeitszeit gegenüber dem eigenen Tagebuch um etwa 5–10 %, und der Fehler wächst mit der Höhe der Angabe — wer 60–80 Stunden nennt, liegt am weitesten daneben. Umgekehrt wird Schlaf unterschätzt und ungeliebte Hausarbeit überschätzt. Eine allgemeine Korrekturformel gibt es nicht, weil die Richtung des Fehlers von Gruppe zu Gruppe wechselt.
Robinson & Bostrom 1994; Robinson & Martin 2009; Frazis & Stewart 2014; Williams et al. 2019.
Die größte Zusammenfassung (158 Studien, über 53 000 Personen, vier Jahrzehnte) findet moderate Zusammenhänge mit Leistung — und stärkere mit Wohlbefinden, besonders Lebenszufriedenheit; Belastung sinkt (Aeon, Faber & Panaccio 2021).
Der Wirkmechanismus ist nicht die Technik, sondern die wahrgenommene Zeitsouveränität: In Macans Prozessmodell (1994) vermittelt sie zwischen Verhalten und Ergebnis. Deshalb liefert dieses Werkzeug Überblick und Entscheidbarkeit — und keine Produktivitätsnote.
Trag ein, wie viele Stunden Deiner Woche Du in jeder Kategorie vermutest. Nicht nachrechnen, nicht schönen — die Abweichung ist später der interessante Teil.
Eine Schätzung, die man nach dem Protokoll noch ändern kann, ist keine Schätzung mehr. Eingefroren dient sie als Vergleichslinie in der Bilanz (schmale Marke im Balken) und im Verzerrungsbericht.
Übrigens: Wenn Deine Schätzung über 168 Stunden hinausgeht, ist das kein Rechenfehler, sondern der Normalfall. Selbstauskünfte summieren regelmäßig über die verfügbare Zeit.
Kategorie wählen (Klick oder Zifferntaste), dann im Raster malen — ziehen füllt mehrere Zellen. Jede Zelle trägt genau eine Kategorie; damit kann die Summe nie über 168 Stunden hinauswachsen. Was Du nicht erfasst, bleibt sichtbar unerfasst und wird nie geraten.
Tastatur im Raster: Pfeiltasten bewegen, 1–9/0 setzen die Kategorie, Leertaste setzt die gewählte, X schaltet die Unterbrechungs-Markierung, Entf löscht.
Nur diese vier Größen bewertet das Werkzeug. Alles andere wird verglichen, nicht bewertet — und alle Werte sind Zusammenhänge auf Bevölkerungsebene, keine Diagnose für Dich.
Gleich viele Stunden können sehr unterschiedlich erlebt werden. Drei Maße kommen direkt aus Deinem Raster, ein viertes aus Deiner Selbstauskunft.
Konfetti-Quote = Anteil Deiner verfügbaren Zeit (Soziales + Freizeit), der in Blöcken von höchstens einer Stunde liegt. Zersplitterte Freizeit wird schlechter erlebt und im Rückblick als weniger Zeit erinnert, als sie war (Schulte 2014 für den Begriff „Zeit-Konfetti“; Whillans 2020).
Längster ungestörter Block = längste zusammenhängende verfügbare Zeit ohne ⚡-Markierung. Unterbrochene Arbeit wird nicht langsamer erledigt, sondern schneller — bei mehr Stress, Frustration und Zeitdruck (Mark, Gudith & Klocke 2008).
Synchronie-Quote = Anteil Deiner anspruchsvollen Zeit (Erwerbsarbeit + Lernen), der in Deinen selbst markierten Hochphasen liegt. Kognitive Leistung schwankt über den Tag, chronotyp-abhängig; entscheidend ist die Passung zwischen Hochphase und Anforderung (Schmidt, Collette, Cajochen & Peigneux 2007).
Klicke die Stunden durch: hoch → mittel → tief. Das gilt als Tagesmuster für alle sieben Tage.
Sechs Mechanismen, über die freie Zeit wirkt. Bewerte Deine vergangene Woche von 0 (gar nicht) bis 4 (stark). Das Ergebnis ist ein Profil, keine Punktzahl — es gibt kein „gut“ und kein „schlecht“, sondern eine Auskunft darüber, was fehlt.
Newman, Tay & Diener 2014 (DRAMMA); zum Abschalten: Wendsche & Lohmann-Haislah 2016 — Zusammenhänge von r = −.23 bis −.42 mit Erschöpfung, körperlichen Beschwerden und Müdigkeit über 91 Stichproben und 38 124 Beschäftigte; für energetisches Wohlbefinden ist der Zusammenhang deutlich schwächer (r ≈ .12).
Hier gilt der 168-Stunden-Zwang doppelt: Was Du einer Kategorie gibst, musst Du einer anderen nehmen. Die Werkstatt zeigt sofort, wie viel noch offen ist.
Nicht sieben Vorsätze — einer. Wenn-Dann-Pläne sind die am besten belegte Umsetzungstechnik (d = 0,65 über 94 Tests und mehr als 8 000 Personen; Gollwitzer & Sheeran 2006). Die Tiefe dazu — Qualitätskriterien, Coping-Plan, Umgebung — steckt in der Gewohnheiten-Schmiede ⚙️.
Geld für zeitsparende Dienste auszugeben hängt mit höherer Lebenszufriedenheit zusammen (n = 6 271, vier Länder), und in einem Experiment schlug die Zeitausgabe die Materialausgabe (Whillans, Dunn, Smeets, Bekkers & Norton 2017). Ehrliche Einordnung: überwiegend Korrelationen plus ein Experiment — und die Möglichkeit dazu ist ungleich verteilt.
Erst mehrere Wochen zeigen, was Muster ist und was Ausnahme. Beachte dabei: Protokollieren verändert die Woche (Messreaktivität) — die erste Woche ist meist die untypischste.
Prüft die Rechenkerne (Bilanz, Blöcke, Kennzahlen, Verzerrung, Rasterumrechnung, Referenzdaten) gegen handgerechnete Fälle.
Die amtliche Zeitverwendungsforschung arbeitet mit Tagebüchern: kurze Rückschau, feste Taktung und der harte Summenzwang auf 24 Stunden. Genau dieser Zwang macht die Methode belastbar — Zeit, die man einer Tätigkeit gibt, muss man einer anderen wegnehmen. Dieses Werkzeug überträgt das Prinzip auf die eigene Woche.
UN, International Classification of Activities for Time-Use Statistics 2016 (ICATUS 2016: 9 Hauptgruppen, 56 Divisions, 165 Gruppen); Eurostat, HETUS Guidelines.
Abweichung vom Standard mit Absicht: In ICATUS werden Wegezeiten der jeweiligen Tätigkeit zugeschlagen. Hier sind Wege & Pendeln eine eigene Kategorie, weil Pendelzeit die praktisch wichtigste Stellgröße im Wochenbudget ist — und weil Pendeln (ICATUS-Gruppe 182) ausdrücklich außerhalb der Produktionsgrenze steht. Der Vergleich mit ATUS zeigt deshalb keine Wege-Zeile.
| Größe | Schwelle | Beleg |
|---|---|---|
| Schlaf | ≥ 7 h/Nacht (≥ 49 h/Woche) | Konsenspapier AASM + Sleep Research Society (Watson et al. 2015): regelmäßig unter 7 h ist mit ungünstigen Gesundheitsfolgen assoziiert |
| Erwerbsarbeit | ab 55 h/Woche | Kivimäki et al. 2015, Lancet, 603 838 Personen: Schlaganfall RR 1,33 (41–48 h: 1,10; 49–54 h: 1,27), KHK 1,13 |
| Verfügbare Zeit | Optimum ≈ 2–5 h/Tag | Sharif, Mogilner & Hershfield 2021, JPSP: negativ-quadratischer Zusammenhang, 35 375 Personen plus zwei Experimente |
| Viel freie Zeit | Abfall entfällt weitgehend, wenn sozial oder als sinnvoll erlebt | ebd. (Moderation durch die Art der Verwendung) |
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