⌨️ tmux-Trainer
Der vollständige Befehls- und Tastenvorrat von tmux — als Katalog, als Drill mit wirklichen Tastenanschlägen und als Werkbank im echten tmux: Aufgabe hier, Ausführung im Terminal, Prüfung über eine pfadfreie Zustandszeile. Mit eigenem Teil zur Verschachtelung (tmux im tmux). Deine eigene Belegung lässt sich einlesen. Alles im Browser, nichts wird übertragen und nichts ausgeführt.
Katalog
Drill
Bei „Aufgabe → Taste" drückst du die Tastenfolge wirklich — erst das Präfix, dann die Taste. Tastenfolgen, die der Browser für sich behält (Strg-W, Strg-T, Strg-N, F11, F12), werden dafür nicht verwendet.
Sitzung beendet
Werkbank — üben im echten tmux
Hier steht die Aufgabe, ausgeführt wird sie im Terminal. Geprüft wird nicht deine Behauptung, sondern der Zustand: Du führst eine Zeile aus und fügst deren Ausgabe hier wieder ein.
tmux new-session -A -s uebung -n werkbank
Dieses Werkzeug führt nichts aus und fasst deine .tmux.conf nicht an. Es zeigt Text zum Kopieren — jeden Befehl tippst du selbst.
Aufgabe
1. Ausführen
Erledige die Aufgabe im tmux-Fenster.
2. Zustand melden
Diese Zeile enthält keine Pfade, keine Titel und keine Befehlszeilen — nur Struktur (Sitzungsname, Fenster- und Pane-Zahl, Layout, Zoom).
3. Ausgabe hier einfügen
tmux im tmux
Zwei Instanzen beanspruchen dieselbe Präfixtaste. Die äußere fängt sie ab, die innere bekommt nie etwas. Dazu zwei Statuszeilen übereinander, doppelte Mausbehandlung und ein Kopiermodus, der im falschen tmux startet.
Die drei Verfahren
| Verfahren | Wie | Kosten |
|---|---|---|
| Präfix doppelt | C-b C-b c — die erste Taste fängt außen, die zweite geht durch (send-prefix) | funktioniert ohne jede Einrichtung; bei drei Ebenen unbenutzbar und unter Zeitdruck fehleranfällig |
| Verschiedene Präfixe | außen C-a, innen C-b | leicht zu verstehen; scheitert, sobald man auf einem fremden Rechner arbeitet, dessen Präfix man nicht gesetzt hat |
| Tabelle off | eine Taste (üblich F12) schaltet die äußere Sitzung stumm und färbt die Statuszeile um; dieselbe Taste schaltet zurück | gilt als bestes Verfahren: keine Doppeltipperei, klare Anzeige, welche Ebene hört — dafür Einrichtung nötig, und man muss die Rücktaste kennen |
Der Baustein zum Kopieren
Für die äußere Konfiguration. Kommentiert, mit sichtbarer Anzeige der stummen Ebene. Er ändert nichts von selbst — du fügst ihn ein, wenn du willst.
# Äußere Ebene stummschalten (F12), damit alle Tasten an das innere tmux gehen.
# Zurück mit derselben Taste. Die Statuszeile zeigt, welche Ebene gerade hört.
bind -T root F12 \
set prefix None \;\
set key-table off \;\
set status-style "fg=colour245,bg=colour238" \;\
set window-status-current-format "#[fg=colour245,bg=colour238] #I:#W " \;\
if -F "#{pane_in_mode}" "send-keys -X cancel" \;\
refresh-client -S
bind -T off F12 \
set -u prefix \;\
set -u key-table \;\
set -u status-style \;\
set -u window-status-current-format \;\
refresh-client -S
Was schiefgeht, und warum
| Zwei Statuszeilen | Beide Instanzen zeichnen eine. Abhilfe: innen set -g status off, oder die äußere über die off-Tabelle umfärben. |
|---|---|
| Falsches Abmelden | C-b d löst die äußere Sitzung, nicht die innere — die SSH-Verbindung bleibt bestehen, und man wundert sich über die Rückkehr an die falsche Stelle. |
| Kopiermodus | Startet in der Ebene, die die Taste bekommen hat. Wer im inneren tmux blättern will, muss die Taste durchreichen. |
| Maus | Ist sie in beiden Ebenen an, entscheidet die äußere. Für Arbeiten im inneren tmux die äußere Maus abschalten oder die off-Tabelle benutzen. |
| Verschachtelte Größe | Das innere tmux sieht nur die Größe seines Panes. Ein refresh-client -S hilft, wenn die Anzeige klemmt. |
Deine Belegung einlesen
Jeder tmux ist verändert: andere Präfixtaste, vi-Bindungen, eigene Kürzel. Ein Trainer, der die Vorgabe abfragt, während du C-a benutzt, übt das Falsche ein. Führe diese Zeilen aus und füge die Ausgabe unten ein.
tmux -V; tmux list-keys
Es wird nur der Text ausgewertet, den du einfügst. Nichts wird übertragen; das Ergebnis bleibt im localStorage dieses Browsers.
Lernstand
Gespeicherte Stände
Sichern und übertragen
Grundlage
Warum ein Spickzettel nicht genügt
Der klassische Befund von Lane u. a. (2005): Tastenkürzel sparen gegenüber Menü und Symbolleiste eine halbe Sekunde und mehr je Vorgang — und werden trotzdem selten benutzt; die selbstberichtete Nutzung liegt vielfach bei oder unter 10 %, auch bei erfahrenen Anwendern. Wissen über den schnelleren Weg ist nur ein Teil des Problems: Menschen bleiben auch dann beim langsameren, wenn sie den schnelleren kennen.
Die Erklärung, die sich durchgesetzt hat, ist Satisfizierung — der eingeübte Weg ist „gut genug", und der Umstieg kostet kurzfristig Zeit, während der Gewinn später anfällt. Ergänzend zeigen Untersuchungen, dass soziale Faktoren und die reine Nutzungsdauer stärker wirken als Belehrung.
Übersetzt: Der Engpass ist nicht das Nachschlagen, sondern das Umsteigen. Deshalb ist der Drill der Mittelteil und nicht der Katalog — und deshalb misst die Werkbank am echten tmux.
Aus der Lernforschung übernommen
Aktiver Abruf statt Wiederlesen, verteiltes Üben statt Blocken, Verschränkung der Aufgabenarten. Zeitplan je Eintrag mit SM-2; der heutige Stand der Technik ist FSRS, das gegen einen Bestand von mehreren hundert Millionen echter Wiederholungen genauer vorhersagt. Der Zeitplan wird hier als eigenes Objekt geführt, damit ein Wechsel eine Funktion austauscht und keinen Datenumbau bedeutet.
Ehrlichkeit über die Belegkraft
Es gibt keine Studie zu tmux. Was oben steht, ist Forschung zu Tastenkürzeln in Textverarbeitungen und graphischen Oberflächen, übertragen auf einen Fall mit anderer Struktur (Präfixtaste, Tastentabellen, unsichtbarer Zustand). Die Übertragung ist plausibel, nicht belegt. Dieses Werkzeug behauptet deshalb keine Wirksamkeitszahlen.
Grenzen
- Es führt nichts aus und fasst deine Konfiguration nicht an.
- Es ersetzt man tmux nicht — jeder Eintrag nennt die Rubrik des Handbuchs, in der er steht.
- Es kennt die Fassung, gegen die der Katalog erzeugt wurde. Andere Fassungen haben andere Befehle; dagegen hilft „Belegung einlesen".
- Der Kopiermodus ist nicht über die Werkbank prüfbar: Wer im Kopiermodus ist, kann keine Befehlszeile tippen. Er wird deshalb nur im Drill geübt.
- Gefährliche Befehle (kill-server, kill-session, kill-window, respawn-*) kommen als Frage vor, nie als Werkbankaufgabe.
Quellen
- tmux(1) — Handbuch; Rubriken dieses Katalogs folgen seiner Gliederung (CLIENTS AND SESSIONS, WINDOWS AND PANES, KEY BINDINGS, OPTIONS, HOOKS, BUFFERS, STATUS LINE, FORMATS, MISCELLANEOUS).
- Lane, D. M. u. a. (2005): Hidden Costs of Graphical User Interfaces: Failure to Make the Transition from Menus and Icon Toolbars to Keyboard Shortcuts. International Journal of Human-Computer Interaction 18(2).
- Satisfizierung bei Tastenkürzeln; soziale und Erfahrungsfaktoren der Kürzelnutzung.
- Cockburn, A. u. a.: Supporting Novice to Expert Transitions in User Interfaces. ACM Computing Surveys.
- Verfahren der Verschachtelung, insbesondere die off-Tabelle mit F12: Samoshkin, Tmux in practice: local and nested remote tmux sessions.