🧲 Präfix-Trainer
Die häufigsten deutschen Präfixverben im Satz üben — mit dem, was sie tückisch macht: dasselbe Verb bedeutet je nach Kontext etwas anderes (abmachen: entfernen und vereinbaren). 127 Verben, 315 Bedeutungen, 453 Beispielsätze; sechs Aufgabenarten von der Bedeutung im Satz bis zum Perfekt, verteiltes Üben von A1 bis C2. Alles im Browser, nichts wird übertragen.
Sitzung
Ohne Haken wird alles bis einschließlich der Stufe geübt. Die Zuordnung der Verben zu den Stufen ist eine begründete Setzung, keine amtliche Liste (siehe „Grundlage“). Rubriken: Bedeutungen = Bedeutung im Satz, gleich oder verschieden · Lücken = fehlendes Verb, fehlende Vorsilbe · Formen = Perfekt, zu-Infinitiv.
Sitzung beendet
Katalog
„Wörterbuch ↗“ führt zum DWDS und verlässt dabei das Werkzeug — die Seite selbst lädt nichts nach. Die Auswahl der Verben ist eine begründete Setzung nach Häufigkeit und Verwechslungsgefahr; sie beansprucht keine Vollständigkeit.
Lernstand
Gespeicherte Stände
Sichern und übertragen
Grundlage — und was sie nicht hergibt
Warum Präfixverben im Satz, nicht als Vokabel
Präfixverben sind der produktivste Teil des deutschen Verbwortschatzes — und sehen durchsichtiger aus, als sie sind. Laufer (1997) beschreibt das als täuschende Transparenz (deceptive transparency): Lernende meinen, ein zusammengesetztes Wort aus seinen Teilen zu verstehen, und bemerken das Missverstehen nicht — es fühlt sich ja verstanden an. bekommen ist der deutsche Musterfall: keine Art zu kommen, und kein become. Deshalb fragt dieses Werkzeug nie „Was heißt ausmachen?“, sondern immer: „Was bedeutet es in diesem Satz?“
Mehrdeutigkeit ist der Kern, nicht die Ausnahme
Nation (2001) zählt zum Wissen über ein Wort ausdrücklich seine verschiedenen Lesarten — und die wollen einzeln geübt sein, weil die zuerst gelernte Lesart sonst überall eingesetzt wird. Im Bestand sind darum 106 von 127 Verben mehrdeutig, und zwei Aufgabenarten zielen allein auf die Unterscheidung: „Bedeutung im Satz“ und „gleich oder verschieden?“. Die falschen Möglichkeiten sind dabei nie beliebig, sondern die tatsächlichen Nachbarn: die anderen Bedeutungen desselben Verbs und die anderen Präfixbildungen derselben Basis.
Keine heimlich richtigen Ablenker
abmachen und ausmachen bedeuten beide „vereinbaren“. Ein Ablenker, der in Wahrheit auch passt, ist keine Aufgabe, sondern ein Fehler des Werkzeugs. Gleiche Bedeutungen verschiedener Verben tragen im Bestand deshalb dasselbe Etikett, und die Aufgabenerzeugung schließt Etikett-Gleiche als Ablenker aus; Sätze, deren Kontext mehr als ein Verb zulässt, sind für Lückenaufgaben gesperrt.
Formen: Trennbarkeit, Perfekt, zu
Die Einteilung in trennbare Partikeln (betont: ábmachen), untrennbare Präfixe (unbetont: verstéhen) und die Doppelgänger (durch-, über-, um-, unter-: die Betonung entscheidet die Bedeutung) folgt Fleischer & Barz (Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache, 2012) und dem Grammatik-Informationssystem grammis des IDS. Sieben Paare des Bestands unterscheiden Bedeutung allein über die Trennbarkeit (úmfahren = zu Fall bringen · umfáhren = außen herum). Das Perfekt wird mit Hilfsverb geübt (ist abgekommen, aber hat abgemacht — und bedeutungsabhängig: hat bekommen, aber das Essen ist ihm nicht bekommen), der zu-Infinitiv mit der Einschub-Regel (abzumachen, aber zu verstehen).
Was verteiltes Üben leistet — und was nicht
Die Metaanalysen zu morphologischem Üben (Bowers, Kirby & Deacon 2010; Goodwin & Ahn 2010, referiert im Wortwurzel-Trainer) zeigen: Der Ertrag gilt für geübtes Material; der Transfer auf ungeübte Wörter ist praktisch null (d = 0,04). Dieses Werkzeug verspricht deshalb nur, was es übt: diese Verben, diese Bedeutungen, diese Formen. Die Wiederholung steuert SM-2 je Verb — fällige Verben zuerst, Neues beigemischt, nie zweimal dasselbe Verb hintereinander.
Was Setzung ist
Die Auswahl der 127 Verben: Es gibt keine veröffentlichte Häufigkeitszählung je Bedeutung eines Präfixverbs. Gesetzt wurde nach Häufigkeit der Bildung (Orientierung an Häufigkeitslisten und den Wortlisten der Goethe-Zertifikate), Verwechslungsgefahr und Streuung über alle 18 Präfixe. Die GER-Stufen: wie im Wortwurzel-Trainer eine begründete didaktische Setzung — die amtlichen Listen führen ableitbare Präfixbildungen bewusst nicht vollständig auf. Die Beispielsätze sind für dieses Werkzeug geschrieben; die Bedeutungsgliederung folgt den gängigen Wörterbüchern, ohne deren Text zu übernehmen. Zum Nachschlagen verweist jeder Verbeintrag auf das DWDS.
Warum keine Sprachausgabe
Der einzige Hörfall wären die Betonungspaare — und gerade Wortbetonung geben Systemstimmen nicht zuverlässig wieder (Befund im Wortwurzel-Trainer). Die Paare werden deshalb schriftlich geübt, mit Betonungsangabe in der Auflösung.
Quellen
- Fleischer, W. & Barz, I. (2012): Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache. 4. Aufl., de Gruyter — Präfix vs. Partikel, Trennbarkeit.
- IDS: grammis — Grammatisches Informationssystem, Einheiten „Verbpartikel“ und „Präfix“.
- Laufer, B. (1997): The lexical plight in second language reading. In: Coady & Huckin (Hg.), Second Language Vocabulary Acquisition, CUP — täuschende Transparenz.
- Nation, I. S. P. (2001): Learning Vocabulary in Another Language. CUP — Lesarten als Teil des Wortwissens.
- Bowers, Kirby & Deacon (2010), RER 80(2); Goodwin & Ahn (2010), Annals of Dyslexia 60 — Wirkung und Grenzen morphologischen Übens.
- Europarat (2020): GER — Begleitband, Skalen zum Wortschatz.
- DWDS — Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (Verweisziel der Verbeinträge).