Trainiere dein Arbeitsgedächtnis in kurzen Runden: Wörter merken, Farb-Ton-Folgen, Zahlenspanne und Paare finden. Die Schwierigkeit passt sich deiner Leistung an, dein Fortschritt bleibt als persönliche Verlaufskurve sichtbar — alles im Browser, nichts wird übertragen.
1 · Training
Wähle einen Modus und starte eine Runde: erst einprägen, dann abrufen. Bei Erfolg wächst die Spanne um 1, nach zwei Fehlrunden in Folge sinkt sie um 1.
Tastatur: Leertaste = Runde starten (außerhalb von Eingabefeldern) · 1–4 = Farbfelder · Enter = Eingabe bestätigen.
Präge dir die nacheinander gezeigten Wörter ein und tippe danach alle, die du erinnerst — die Reihenfolge ist egal (freier Abruf).
Bereit? „▶ Runde starten“ oder Leertaste.
Das Gerät spielt eine Folge aus Farbfeldern und Tönen vor — wiederhole sie per Klick oder mit den Tasten 1–4. Nach jeder richtigen Wiederholung wird die Folge um einen Schritt länger.
Eine Ziffernfolge erscheint Ziffer für Ziffer — gib sie danach vorwärts oder rückwärts ein (klassische Zahlenspanne / Digit Span nach Wechsler).
Bereit? „▶ Runde starten“ oder Leertaste.
Decke je zwei Karten auf und finde alle Symbolpaare mit möglichst wenigen Zügen (Konzentration). Das Raster wächst mit deinem Level.
⚙️ Einstellungen
2 · Auswertung & Verlauf
Punkte, Level und deine persönlichen Verlaufskurven — nur für dich, ohne Bestenliste.
Score-Verlauf (letzte 30 Runden)
Wörter merken ·
Farb-Ton-Folgen ·
Zahlenspanne ·
Paare finden
Serieller Positionseffekt (Wortrunden)
Trefferquote nach Position in der Wortliste — typisch bleiben Anfang (Primacy) und Ende (Recency) am besten hängen (Murdock 1962).
Letzte Runden
3 · Speichern, Laden & Datenaustausch
Spielstand und Verlauf unter einem Namen im Browser ablegen — oder als JSON-Datei exportieren und woanders importieren. Der aktuelle Stand wird zusätzlich automatisch gesichert (Autostand).
Noch keine benannten Stände gespeichert.
4 · Warum das wirkt — und was es ehrlich nicht kann
Die Übungsformen dieses Trainers stammen aus der Gedächtnisforschung. Kurz und redlich zusammengefasst:
Aktiver Abruf schlägt passives Wiederholen (Testing-Effekt). Wer Inhalte aus dem Gedächtnis abruft, behält sie deutlich besser, als wer sie nur erneut liest (Roediger & Karpicke 2006). Deshalb fragt dich der Trainer ab, statt nur zu zeigen.
Vergessen folgt einer Kurve. Ohne Wiederholung geht Neues rasch verloren (Vergessenskurve, Ebbinghaus 1885). Die oft zitierten Prozentwerte — z. B. „rund zwei Drittel nach einem Tag vergessen“ — sind illustrative Näherungswerte aus Selbstversuchen mit sinnfreien Silben, keine Naturkonstante. Wiederholtes, verteiltes Üben flacht die Kurve ab.
Verteilt üben statt Marathon (Spacing-Effekt). Mehrere kurze, über Tage verteilte Einheiten führen zu stabilerem Behalten als eine lange Sitzung (Metaanalyse: Cepeda et al. 2006). Der Trainer erinnert dich deshalb nach 10 Runden an eine Pause.
Das Arbeitsgedächtnis ist eng begrenzt. Typisch sind etwa 7 ± 2 Elemente (Miller 1956); durch Chunking (Bündeln, z. B. Ziffern zu Jahreszahlen) lässt sich die Spanne effektiv strecken. Das Mehrkomponenten-Modell des Arbeitsgedächtnisses (Baddeley & Hitch 1974) erklärt, warum Wort-, Zahlen- und Farb-Ton-Aufgaben unterschiedliche Teilsysteme fordern.
Spannenmaße sind klassische Testverfahren. Die Zahlenspanne vorwärts/rückwärts stammt aus der Wechsler-Tradition der Gedächtnisdiagnostik; die räumliche Blockspanne geht auf Corsi (1972) zurück — die Farb-Ton-Folgen hier sind ihre spielerische Verwandte.
Serieller Positionseffekt. Erste (Primacy) und letzte (Recency) Elemente einer Liste werden am besten erinnert (Murdock 1962) — deine Positions-Grafik in der Auswertung macht dieses Muster sichtbar.
Ehrlicher Rahmen statt „Gehirnjogging“-Marketing: Training verbessert nachweislich vor allem die geübten Aufgaben selbst; ein breiter Transfer auf Alltag, Beruf oder Intelligenz ist wissenschaftlich nicht gut belegt (Simons et al. 2016). Dieser Trainer ist Übung plus Selbstbeobachtung — kein Wundermittel.
Verwandt in der Suite: 📚 Lernstrategie-Trainer — die Strategie-Ebene des Lernens: Spacing, Abruf-Übung, Interleaving.
Empfehlung: kurze, regelmäßige, verteilte Einheiten — etwa 5–10 Minuten, mehrmals pro Woche — statt seltener Marathon-Sitzungen.