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🧭 Onthology Werkzeuge für Führung, Kommunikation & Selbstreflexion

Werte-Trainer

Werte klären, prüfen und leben — nach Vorbildern wie Benjamin Franklin. Von der Ausrichtung (Richtung, Ausprägung, Vorbild) über eine SWOT- und TOWS-Analyse bis zu Tagesreview-Fragen und einem Morgen-Impuls. Ein durchgängiger Prozess.

Automatisch im Browser gespeichert (localStorage).

🔗 Konsistenz — der ganze Prozess verknüpft

Ausrichtung — Richtung, Ausprägung, Vorbild

Woran willst du dich orientieren? Wähle eine Richtung und eine Ausprägung — weltlich-philosophisch oder religiös, oder ganz frei. Jede Ausprägung nennt ein Vorbild und ein vorgeschlagenes Werte-Set, das du übernehmen und anschließend frei anpassen kannst. Respektvoll und wertneutral gegenüber allen Richtungen.

Das Vorbild fließt später in den Morgen-Impuls ein: „Heute richte ich mich an … aus.“

Werte & Tugenden (Ist & Soll)

Schätze je Wert deinen Ist-Stand (wie stark lebst du ihn heute?) und deinen Soll-Anspruch (1–5). Die Lücke zeigt, woran du besonders arbeiten willst — sie fließt in Tagesreview und Morgen-Impuls ein.

SWOT — deine Werte im Alltag

Vier Felder, auf deine Werte bezogen. Jeder Eintrag bekommt ein Kürzel (S1, O2 …), auf das die TOWS-Kombinationen verweisen. Optional kannst du je Eintrag einen Wert-Bezug wählen. Das geht anschließend flüssig in die TOWS-Kombinationen über.

Stärken — gelebte Werte, Charakterstärken
Schwächen — wo ich meinen Werten untreu werde
Chancen — was hilft, Werte zu leben
Risiken — Versuchungen, die Werte gefährden

TOWS-Kombinationen → Vorsätze

Die eigentliche Arbeit: nicht die SWOT-Liste, sondern ihre Kombinationen. Paare einen internen (S/W) mit einem externen (O/T) Faktor und leite einen Vorsatz/eine Strategie ab. Der Typ ergibt sich automatisch:

SO Ausbauen

Stärke nutzt Chance — den gelebten Wert offensiv einsetzen.

WO Aufholen

Schwäche über eine Chance abbauen — dem Wert näherkommen.

ST Absichern

Stärke gegen Risiko — den Wert gegen Versuchung schützen.

WT Vermeiden

Schwäche & Risiko zugleich — Situationen meiden, begrenzen.

💡 Automatische Vorschläge

Aus deinen befüllten SWOT-Feldern automatisch gebildete Kombinationen (S/W × O/T). Ein Klick übernimmt die Kombination unten und schlägt einen Vorsatz-Text vor — beides bleibt frei editierbar, bevor du „+ Vorsatz“ klickst.

Vorsatz ableiten

Tagesreview & Morgen-Impuls

Ein Klick baut aus allen Eingaben (Ausrichtung, Werte, SWOT, TOWS) zwei Dinge: einen Morgen-Impuls für den Start des nächsten Tages und Abend-Reviewfragen für die tägliche Selbstprüfung — in der Tradition Franklins. Beide sind danach frei editierbar. „Aus allem generieren“ erneut zu klicken fragt nach, ob Bearbeitetes überschrieben wird.

🌅 Morgen-Impuls — für den Start des (nächsten) Tages

🌙 Abend-Reviewfragen — für die Selbstprüfung am Abend

📆 Tagesbilanz & Verlauf

Schließe den Tag nach der Selbstprüfung mit einer Bilanz ab (1 = weit von meinen Werten entfernt … 5 = ganz nach meinen Werten gelebt). Jede abgeschlossene Bilanz wird mit Datum gespeichert; der Verlauf zeigt die Entwicklung über die Zeit.

Grundlagen

Werte lassen sich klären und, wie eine Tugend, durch Gewohnheit einüben. Der Trainer verbindet die Ausrichtung an einem Vorbild, eine ehrliche Standortbestimmung (Werte, SWOT), konkrete Vorsätze (TOWS) und die tägliche Selbstprüfung (Review) zu einem durchgängigen Prozess.

Franklins Methode

Benjamin Franklin beschreibt in seiner Autobiografie ein Projekt der „moralischen Vervollkommnung“: eine Liste von 13 Tugenden (Mäßigung, Schweigsamkeit, Ordnung, Entschlossenheit, Sparsamkeit, Fleiß, Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Maßhalten, Reinlichkeit, Gemütsruhe, Keuschheit, Demut) mit je einer Kurzregel. Er führte ein kleines Buch und prüfte sich täglich. Jede Woche legte er den Fokus auf eine Tugend und arbeitete die Liste im Turnus durch. Zwei Leitfragen rahmten den Tag: morgens „Was Gutes werde ich heute tun?“, abends „Was Gutes habe ich heute getan?“

Tugendethik & stoische Praxis

Aristoteles (Nikomachische Ethik) versteht Tugend als die rechte Mitte (Mesotes) zwischen zwei Extremen und als Gewohnheit/Haltung (Hexis) — man wird gerecht, indem man Gerechtes tut. Die Stoa ergänzt die Praxis: Seneca empfahl die abendliche Selbstprüfung (jeden Tag vor Gericht ziehen), Epiktet die Dichotomie der Kontrolle (unterscheiden, was in meiner Macht steht und was nicht), Marc Aurel das tägliche schriftliche Reflektieren (Selbstbetrachtungen).

Examen-Traditionen

Franklins tägliche Selbstprüfung hat ein religiöses Gegenstück: die ignatianische Gewissenserforschung (das tägliche Examen nach Ignatius von Loyola) — danken, sich prüfen, bereuen, sich vornehmen. Ähnliche Reflexionspraktiken finden sich in vielen Traditionen (die abendliche Gewissenserforschung, das jüdische Cheschbon ha-Nefesch „Buchführung der Seele“, kontemplative Achtsamkeitsübungen). Gemeinsam ist der regelmäßige, ehrliche Blick zurück und der konkrete Vorsatz nach vorn.

SWOT → TOWS

Die SWOT-Logik (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken) geht auf die Harvard-Business-Policy-Gruppe zurück (Learned, Christensen, Andrews & Guth 1965). Ihr häufigster Fehler ist, bei der Liste stehenzubleiben. Heinz Weihrich (1982) ergänzte die TOWS-Matrix, die die Felder kombiniert: SO (ausbauen), WO (aufholen), ST (absichern), WT (vermeiden). Erst die Kombinationen erzeugen Vorsätze. Hier auf die eigenen Werte angewandt: gelebte Werte gegen Versuchungen einsetzen, Schwächen über hilfreiche Situationen abbauen.

Quellen & Hinweis

Respekt & Ehrlichkeit: Dieses Werkzeug ist eine strukturierte Selbstreflexion — ein Journal in der Tradition Franklins und philosophischer wie religiöser Examen. Es trifft keine Wahrheitsaussage über Weltanschauungen, behandelt alle Richtungen respektvoll und ersetzt keine seelsorgerliche oder psychologische Begleitung. Die Werte-Bewertungen sind persönliche Selbsteinschätzung, nicht empirisch.