Worum geht es?
Wähle die Situation, die am besten passt. Daraus leitet der Assistent eine Modell-Empfehlung ab.
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Modell-Empfehlung
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Die Regler verändern Einleitung, Übergänge und Schluss deines Textes – probiere es aus und beobachte die Vorschau.
👁️ Live-Vorschau
🔮 Reaktion antizipieren optional
Auf Feedback folgt selten sofort Zustimmung. Stone & Heen (2014, „Thanks for the Feedback“) beschreiben typische Abwehrreaktionen – wer sie vorher durchdenkt, bleibt im Gespräch ruhig. Passe die vorbereiteten Antwortsätze an oder überspringe diesen Schritt.
Dein Feedback-Text
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🔮 Spickzettel: Falls dein Gegenüber …
Typische Reaktionsmuster auf Feedback nach Stone & Heen (2014, „Thanks for the Feedback“) – mit deinen vorbereiteten Antwortsätzen.
Bevor du es abschickst
- Laut lesen. Würdest du es so sagen? Feedback wirkt am besten im Gespräch – der Text ist dein Spickzettel, kein Skript.
- Zeitpunkt prüfen. Zeitnah ist gut, aber nicht mitten im Stress oder vor Publikum. Kritik gehört unter vier Augen.
- Dialog einplanen. Nach deinem Text ist dein Gegenüber dran. Zuhören, nachfragen, nicht rechtfertigen.
📚 Die Modelle verstehen: Vergleich, Einsatz, typische Fehler & Quellen ▾
Die drei Modelle im Vergleich
| SBI | GFK | Radical Candor | |
|---|---|---|---|
| Herkunft | Center for Creative Leadership (CCL), Führungsforschung | Marshall B. Rosenberg, Psychologe und Mediator | Kim Scott, Führungspraxis bei Google & Apple |
| Struktur | Situation → Verhalten → Wirkung | Beobachtung → Gefühl → Bedürfnis → Bitte | Care personally + Challenge directly (2 Achsen, keine feste Satzfolge) |
| Kernidee | Feedback an konkretem, beobachtbarem Verhalten festmachen statt an Persönlichkeit oder Absicht – das senkt Abwehr und macht es umsetzbar. | Bewertung und Beobachtung trennen; eigene Gefühle und Bedürfnisse offenlegen und eine erfüllbare Bitte statt einer Forderung äußern. | Ehrlichkeit ohne Beziehung ist verletzend („obnoxious aggression“), Beziehung ohne Ehrlichkeit ist wirkungslos („ruinous empathy“). Beides zusammen macht Feedback wirksam. |
| Stärke | Schnell erlernbar, sehr konkret, ideal für Alltag im Team – für Lob wie Kritik. | Deeskaliert, schafft Verbindung, macht die eigene Seite transparent – stark bei Emotionen und Konflikten. | Haltung statt Formel: verhindert sowohl Schonwaschgang als auch Brutalo-Ehrlichkeit; betont, selbst um Kritik zu bitten. |
| Grenze | Sagt wenig über Beziehung und Bedürfnisse; kann mechanisch wirken, wenn die Wirkung nicht ehrlich ist. | Braucht Übung; wirkt formelhaft, wenn Gefühle „aufgesagt“ statt gemeint werden. | Kein Satzbauplan – ohne konkrete Beobachtungen (z. B. aus SBI) bleibt es leicht vage. |
Wann passt welches Modell?
- Loben & Anerkennen → SBI. Pauschales Lob („super gemacht!“) verpufft. Wer Situation, Verhalten und Wirkung benennt, macht Lob glaubwürdig und wiederholbar.
- Konstruktive Kritik → SBI. Der Fokus auf beobachtbares Verhalten statt auf die Person reduziert Rechtfertigungsreflexe. Die Meta-Analyse von Kluger & DeNisi (1996) zeigt: Feedback, das die Aufmerksamkeit auf die Person statt auf die Aufgabe lenkt, verschlechtert die Leistung häufig sogar.
- Heikle, emotionale Themen → GFK. Wenn Beziehung und Gefühle im Spiel sind, hilft die Trennung von Beobachtung und Bewertung plus die Offenlegung eigener Bedürfnisse, Eskalation zu vermeiden.
- Wunsch oder Bitte → GFK. Die GFK mündet in eine konkrete, positiv formulierte, erfüllbare Bitte – genau das Format, das Veränderungswünsche brauchen.
- Feedback erbitten → Radical Candor. Kim Scotts erste Regel lautet: Bitte selbst um Kritik, bevor du welche gibst. Wer zeigt, dass er Kritik aushält, bekommt ehrlichere Antworten.
- Kombinieren ist erlaubt: Radical Candor als Haltung, SBI oder GFK als Satzbauplan – die Modelle widersprechen sich nicht, sie ergänzen sich.
Typische Fehler
- Sandwich-Feedback (Lob–Kritik–Lob). Klingt nett, funktioniert aber schlecht: Die Kritik geht unter oder das Lob wird als unehrliches Trostpflaster entwertet – bald löst jedes Lob Alarm aus („gleich kommt das Aber“). Von Bergen, Bressler & Campbell (2014) fassen die Befunde zusammen: Die Methode dient eher dem Komfort der feedbackgebenden Person als der Klarheit. Besser: Lob und Kritik trennen und beides ehrlich meinen.
- Verallgemeinerungen. „Du kommst immer zu spät“ lädt zum Widerlegen ein („letzten Dienstag nicht!“) – und schon geht es um die Ausnahme statt ums Thema. Konkrete Beispiele nennen.
- Persönlichkeit statt Verhalten. „Du bist unzuverlässig“ ist ein Urteil über die Person; niemand kann seine Persönlichkeit bis Freitag ändern, sein Verhalten schon. Genau hier setzen SBI und GFK an.
- Deutungen als Fakten. „Du warst desinteressiert“ ist eine Interpretation. Beobachtbar wäre: „Du hast während des Gesprächs zweimal auf dein Handy geschaut.“
- Kritik vor Publikum. Öffentliche Kritik erzeugt Gesichtsverlust und Abwehr. Faustregel: Lob darf öffentlich sein, Kritik gehört unter vier Augen.
- Feedback horten. Wer alles fürs Jahresgespräch sammelt, konfrontiert das Gegenüber mit Monaten an Konserven. Zeitnahes, dosiertes Feedback ist wirksamer und fairer.
- Monolog statt Dialog. Feedback ist eine Einladung zum Gespräch, kein Urteilsspruch. Die Sicht des Gegenübers erfragen – vielleicht fehlt dir ein Teil des Bildes.
Quellen & Vertiefung
- Center for Creative Leadership: Use SBI (Situation-Behavior-Impact) to Understand Intent – das SBI-Feedbackmodell des CCL.
- Rosenberg, Marshall B. (2016): Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens. 12. Aufl., Junfermann. Siehe auch Center for Nonviolent Communication.
- Scott, Kim (2017): Radical Candor. Be a Kick-Ass Boss Without Losing Your Humanity. St. Martin’s Press. Siehe auch radicalcandor.com.
- Kluger, Avraham N. & DeNisi, Angelo (1996): The effects of feedback interventions on performance. Psychological Bulletin, 119(2), 254–284 – Meta-Analyse: gut ein Drittel aller Feedback-Interventionen verschlechtert die Leistung.
- Von Bergen, C. W.; Bressler, Martin S. & Campbell, Kitty (2014): The Sandwich Feedback Method: Not very tasty. Journal of Behavioral Studies in Business, 7 – Kritik am Sandwich-Feedback.
- Stone, Douglas & Heen, Sheila (2014): Thanks for the Feedback. The Science and Art of Receiving Feedback Well. Viking – zur Empfängerseite von Feedback.