Trainiere die Entscheidung für die einfache Lösung — die mit dem geringsten Aufwand, den wenigsten Annahmen und den wenigsten beweglichen Teilen. Nach dem Grundsatz „Keep it simple and stupid“ übst du im Dialog gegen den ganz normalen Sog zur Komplexität: Ein Sprachmodell spielt ein gutmeinendes Gegenüber, das immer noch etwas dazupacken will — du hältst dagegen. Jede deiner Nachrichten wird auf Pragmatismus bewertet, am Ende gibt es ein Gesamt-Feedback. Alles läuft im Browser; nur die Simulations-Aufrufe gehen mit deinem eigenen Key an api.anthropic.com.
1 · Das Prinzip: weniger ist die bessere Wahl
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Die einfachste tragfähige Lösung gewinnt fast immer — sie ist schneller fertig, geht seltener kaputt und lässt sich leichter ändern. Der Reflex geht aber in die andere Richtung: „sicherheitshalber“ noch etwas dazu. Fünf Fragen halten dagegen.
🪶 Der Weniger-Filter
① Braucht es das überhaupt? Die einfachste Lösung ist oft, das Problem gar nicht erst zu schaffen (Via negativa).
② Was ist die kleinste Version, die das echte Problem löst? Nicht die vollständige, die ausreichende.
③ Welche Annahmen stecken drin — welche kann ich streichen? Weniger Annahmen = weniger, was schiefgehen kann (Ockhams Rasiermesser).
④ Neu bauen oder Bestehendes nutzen? Vorhandenes schlägt Selbstgebautes fast immer (YAGNI).
⑤ Ist der Schritt umkehrbar? Dann entscheide jetzt. Reversible Entscheidungen brauchen keine perfekte Analyse.
Worauf der Trainer jede deiner Nachrichten prüft:
Wichtig zur Redlichkeit: Einfach heißt nicht nachlässig. Nichts weglassen, dessen Zweck man nicht verstanden hat (Chesterton’s Fence) — deshalb zählt Tragfähig als eigenes Kriterium.
2 · Szenario wählen
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25 typische Situationen, in denen der einfache Weg zu selten gewählt wird — aus Technik, Organisation, Produkt, Alltag und Team. Klapp eine Kategorie auf und wähle ein Szenario zum Üben — oder lass den Zufall entscheiden.
Kein Szenario gefunden.
3 · Üben (Simulation)
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Ein Sprachmodell spielt das Gegenüber aus dem gewählten Szenario — gutmeinend, aber mit Hang zur Komplexität. Deine Aufgabe: es (und dich) zur einfachsten tragfähigen Lösung führen. Halte dich kurz, streiche Annahmen, verschiebe alles, was jetzt niemand braucht. Nur diese Aufrufe verlassen den Browser: mit deinem eigenen Key direkt an api.anthropic.com.
🔑 API-Zugang (eigener Anthropic-Key)
Der Key wird nur lokal in diesem Browser gespeichert und ausschließlich an api.anthropic.com gesendet. Einen Key bekommst du unter console.anthropic.com.
Die Simulation ist eine Übung mit einem Sprachmodell, keine echte Person — Antworten können danebenliegen.
Gespräch sichern & drucken
Speichert das komplette Gespräch mit allen Nachrichten-Bewertungen und dem Gesamtfeedback — lokal im Browser, als JSON-Datei oder druckbar als PDF-Protokoll.
Noch keine Gespräche gespeichert.
4 · Grundlagen & Quellen
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Warum „weniger“ meist die klügere Entscheidung ist — und wo die Grenze liegt:
KISS — Keep it simple, stupid: Konstruktionsgrundsatz, zugeschrieben Kelly Johnson (Lockheed Skunk Works, 1960er): Ein System soll so einfach sein, dass es auch unter widrigen Bedingungen mit einfachen Mitteln bedienbar und reparierbar bleibt.
Ockhams Rasiermesser:Wilhelm von Ockham (14. Jh.) — „Entitäten nicht ohne Not vermehren.“ Von mehreren tragfähigen Lösungen die mit den wenigsten Annahmen wählen; jede zusätzliche Annahme ist eine weitere Möglichkeit zu irren.
YAGNI & „das Einfachste, das funktionieren könnte“: aus dem Extreme Programming (Kent Beck, Ron Jeffries, Ward Cunningham, um 1999): „You aren’t gonna need it.“ Nichts auf Vorrat bauen — Funktionen erst, wenn sie real gebraucht werden.
Gall’s Law:John Gall, „Systemantics“ (1975) — „Ein funktionierendes komplexes System hat sich ausnahmslos aus einem funktionierenden einfachen System entwickelt.“ Große Würfe von Grund auf scheitern meist.
Der Weglass-Blindfleck:Adams, Converse, Hales & Klotz (2021), Nature 592 — Menschen übersehen systematisch die Möglichkeit, ein Problem durch Weglassen zu lösen, und addieren stattdessen. Vertieft in Leidy Klotz, „Subtract“ (2021) und, als Prinzip der Verbesserung durch Entfernen, in Nassim N. Taleb, „Antifragile“ (2012) (Via negativa).
Gut genug statt perfekt:Herbert A. Simon (1956) — „Satisficing“: Bei begrenzter Zeit und Information ist die erste ausreichend gute Option der optimalen überlegen, weil das Weitersuchen mehr kostet als es bringt.
Verfrühte Optimierung:Donald Knuth (1974) — „Premature optimization is the root of all evil.“ Erst messen, ob etwas überhaupt ein Problem ist, dann gezielt handeln.
Reversible zuerst entscheiden:Jeff Bezos (Aktionärsbriefe 2015/2016) — „Two-way doors“ (umkehrbare Entscheidungen) schnell und dezentral treffen; nur „one-way doors“ verdienen die lange Analyse.
Grenze der Vereinfachung (Redlichkeit):G. K. Chesterton, „The Thing“ (1929) — den Zaun (Chesterton’s Fence) erst entfernen, wenn man seinen Zweck verstanden hat. Vereinfachen heißt verstehen und weglassen, nicht blind kürzen; deshalb bewertet der Trainer Tragfähigkeit gleichrangig.
Redlicher Hinweis: Das sind Heuristiken, keine Naturgesetze. Es gibt Fälle, in denen Aufwand, Redundanz oder Zukunftsvorsorge richtig sind (Sicherheit, Recht, echte Skalierung). Der Trainer schult den Standardreflex zugunsten des Einfachen — die harte Randbedingung des Einzelfalls geht immer vor.